KINETISCHE SKULPTUREN • METALLGESTALTUNG

Emaille

ROOT DOWN
2014
Industrieemaille auf Stahlblech/ sechsteilig
H/B/T  101/151/2 cm
 
FARBFLÄCHE IV / V / III
2014
Industrieemaille auf Stahlblech
H/B/T je  82/49/3 cm
Auflage: je 5 Stück
 
 
KEILFRAGMENT  I
2014
Industrieemaille auf Stahlblech/ zweiteilig
H/B/T  127/30/4 cm
 
SPUTNIKOVSKI
2014
Gemeinschaftsarbeit: Michael Ernst/ Cosima Göpfert
Industrieemaille auf Stahlblech/ zweiteilig
H/B/T  49/165/3,5 cm
 
FARBFLÄCHE  III UND  II
2013
Industrieemaille auf Stahlblech
H/B/T je 82/49/3 cm
Auflage: je 5 Stück
FARBFLÄCHE  I
2013
Industrieemaille auf Stahlblech
H/B  20/20 cm
 
WALK  I       
2013
Industrieemaille auf Eisenblech
H/B 20/20 cm
 
LAST DANCE  I UND  II                        
2013
emailliertes Eisenblech  sandgestrahlt / korrodiert
H/B je 28/28 cm
 
TRIO  I                                              
2013
emailliertes Eisenblech sandgestrahlt / korrodiert
H/B/T 28,5/47,5/3,5 cm
 
TRIO  II                                                
2013
emailliertes Eisenblech sandgestrahlt / korrodiert
H/B/T 58/40/2,5 cm
 

ZU DEN EMAILLEARBEITEN VON MICHAEL ERNST

 

Michael Ernst ist von Hause aus gelernter Kunstschmied. Neben Stahl- bzw. Klangskulpturen und kinetischer Kunst fertigt er Designobjekte wie z.B. Ringe, Einrichtungsgegenstände oder Zäune. In diesem Themenfeld ist auch seine Arbeit mit Glasschmelz, dem sog. Emaille verortet. Diese Methode der Metallveredelung hat in seiner thüringischen Heimat eine lange Tradition. Davon mag auch das alljährlich stattfindende, internationale Emaillesymposium in Erfurt zeugen.
Begonnen hatte Ernst bereits in den 1990er Jahren damit, die Oberflächen seiner Stahlobjekte zu behandeln. Nach ersten Versuchen mit Farben, fand er schnell zu der traditionellen Emailletechnik und überzog geschmiedete Schalen teilweise mit geometrischen, farbigen Flächen. In jüngster Zeit probiert er auch experimentelle Brennverfahren aus. Darin wird das Werkstück nicht wie üblich komplettflächig emalliert, sondern nur partiell. Das führt dazu, dass abspringende Zundersplitter sich auf dem noch flüssigen Glasschmelz ablagern und während der Abkühlung einhärten. In Ernsts Werkstatt entstehen zudem teils vielfarbige Bleche, die in ihrer Anmutung in die Tradition der Emaillewerbeschilder weisen. Neben freien und experimentellen Motiven, kommen hier auch vermehrt Ausschnitte aus kinetischen Skulpturen zur Abbildung. Das flüssige Emaille wird u.a. mittels Schablonen aufgesprüht, aufgespachtelt und anschließend teilweise wieder heruntergekratzt.
Der Bildhauer stößt nun auch in die künstlerischen Gebiete des Upcycling vor. In gebrauchte Industrieemaillebleche (z.B. Ofenplatten oder Küchenherdabdeckungen) fräst Ernst mittels Sandstrahltechnik Formen und Strukturen ein. Er durchstößt dabei die Glasschmelzschicht komplett bis auf den metallenen Untergrund. Dieser bildet dann nach und nach den Rostüberzug. Das Emaille ist damit nicht mehr die Schutz-  bzw. Dekorschicht, sondern nur noch eine Rahmung. Damit wird die eigentliche Aufgabe der Emaillierung quasi dekonstruiert, denn nicht die Vermeidung von Korrosion ist das Thema, sondern deren Hervorhebung. Deshalb bezeichnet Ernst seine diesbezüglichen Arbeiten auch als „Anti-Emaille“.

Christian J. Grothaus, Architekt und Autor, Berlin
 

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